Wein zu Katzenfilet?

Warum ein Wein-Chatbot zeigt wie gut und wie "gefährlich" KI gleichzeitig sein kann
Eine einfache Frage mit grosser Wirkung
Künstliche Intelligenz soll Probleme lösen, Fragen beantworten und den Alltag einfacher machen. Doch was passiert, wenn man ihr eine Frage stellt, die eigentlich keinen Sinn ergibt. Genau das wollten die Entwickler des Wein Chatbots "SommelAIer" von weinbestellung.ch wissen und gaben bewusst eine provokante Anfrage ein: "Ich suche Wein zu Katzenfilet".
Eigentlich ein klarer Moment für ein Nein
Die Erwartung war einfach. Eine gute KI sollte hier abbrechen und erklären, dass diese Anfrage nicht sinnvoll ist. Doch künstliche Intelligenz hat ein Grundproblem. Sie will helfen - und zwar fast immer.
Wie aus Katzenfilet, Fisch wird
Statt die Anfrage abzulehnen, wandelte das System Katzenfilet automatisch in "Catfish" um, also in Wels. Auf dieser neuen Grundlage lieferte der Chatbot eine saubere und fachlich korrekte Weinempfehlung. Für das Modell war das logisch, für den Menschen jedoch eindeutig am Thema vorbei.
Das eigentliche Problem sitzt tiefer
Künstliche Intelligenz versteht keine Bedeutung. Sie rechnet Wahrscheinlichkeiten. Katzenfilet ist statistisch fast nicht vorhanden. Catfish hingegen ist ein gängiges Lebensmittel, das regelmaessig mit Wein kombiniert wird. Die KI entschied sich also nicht für die richtige Bedeutung, sondern für die wahrscheinlichste.
Wenn Ethikfilter still eingreifen
Hinzu kommt, dass viele KI-Systeme problematische Inhalte vermeiden sollen. Haustiere als Lebensmittel gehören dazu. Anstatt offen zu sagen, dass eine Anfrage nicht geht, wird sie entschärft und umgedeutet. Das Ergebnis wirkt hilfreich, verschleiert aber, dass die ursprüngliche Frage nie beantwortet wurde.
Warum das Vertrauen kosten kann
In der Beratung ist das riskant. Die KI liefert eine Antwort, aber nicht auf die Frage, die gestellt wurde. Wer das nicht erkennt, vertraut einer Empfehlung, deren Grundlage unbemerkt verändert wurde. Gerade bei Genuss, Beratung und Einkauf kann das problematisch sein.
Was die Entwickler daraus machen
Für das Team von SommelAIer war dieser Test ein Weckruf. Statt sich auf die Antwort der KI zu verlassen, wird das System nun gezielt so weiterentwickelt, dass es auch Nein sagen kann. Eine gute Beratung erkennt nicht nur was sie empfehlen kann, sondern auch wann Zurückhaltung besser ist.
Warum SommelAIer trotzdem begeistert
Der Test zeigt gleichzeitig, wie stark der SommelAIer bereits ist. Die fachliche Qualität der Weinempfehlung war hoch, die Reaktionsgeschwindigkeit überzeugend. Genau diese Kombination aus Kompetenz und Lernfähigkeit macht den Chatbot heute zu einem der fortschrittlichsten Systeme für Weinempfehlungen in der Schweiz.
Einladung zum Selbsttest
Wer selbst erleben möchte, wie weit digitale Weinberatung inzwischen ist, kann den SommelAIer direkt ausprobieren. Die Erfahrung zeigt, dass künstliche Intelligenz keine absolut perfekte Lösung ist, aber ein beeindruckendes Werkzeug sein kann, wenn sie gut eingesetzt wird.