Weinland Australien

Australien – Nach dem Goldrausch der Weinrausch

Australien

Reben waren in Australien nicht wie die Beuteltiere heimisch auf der Insel, sie mussten erst durch andere angesiedelt werden. Trotz dem grossen europäischen Einfluss haben die Australier eine ganz eigene Art entwickelt, Wein anzubauen.

Über Australien wussten die Kolonialherren nicht viel, als sie ankamen. Schnell aber fiel den Neuzuzügern auf, dass es in Australien keinen Wein gab. Das musste schnellsten geändert werden. Im 18. Jahrhundert  importierten die Kolonialisten eigene Rebsorten, um 1820 zog Gregory Blaxland das erste Weingut in Australien auf. Er gilt heute als der erste Weinzüchter Australiens. Doch der Wein, der damals produziert wurde, war sehr einfach und wurde nur für den Inlandmarkt produziert. Denn Wein war – wie für die Kolonialherren Australien – Neuland für die Australier.

Trotz der bescheidenen Qualität und Vielfalt der Weine, versuchte Gregory Blaxland sein Glück im Ausland und exportierte 1822 als Erster australischen Wein nach England – und gewann damit gleich eine Auszeichnung.

Auch im Goldrausch 1850 war Wein ein beliebtes Getränk, allerdings versetzte auch er Australien nicht in einen Weinrausch. Dieser kam erst mit der „Europäisierung“ der Weinsorten. Man begann in Australien Klassiker wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Riesling oder Shiraz anzubauen – allerdings völlig anders als in Europa. Die Rebberge in Australien sind meistens flach und müssen künstlich bewässert werden. 1,6 Millionen Hektar ergeben mit dieser Technik jährlich 14 Millionen Hektoliter Wein.
Es gibt auch keine Herkunftsbezeichnungen, es muss einfach 85 Prozent des Weines aus dem Anbaugebiet kommen, das auf der Etikette steht. Der Rest ist frei „mischbar“. Und genau das ist dann auch eine australische Weinspezialität. Die Winzer verstehen sich auf aufwendige Kompositionen – sogenannte Cuvées. Allerdings muss der australische Wein auch immer gegen Vorurteile kämpfen. Kritiker bemängeln den Wein wegen zu grosser Fruchtfülle, die Weine seien zu „marmeladig“. Doch die Australier geben nicht auf. Sie haben die fremde Pflanze vollständig für sich entdeckt und nutzen nun ihr ganzes Potential – der Weinrausch hat auch in Australien eingesetzt.