Hermannsberg Riesling trocken Grosses Gewächs 2016 0,75 l - Gut Hermannsberg

Der Hermannsberg Riesling trocken Grosses Gewächs 2016 in der 0,75l Weinflasche kommt aus Deutschland, aus der Region Nahe.

Dieser Weisswein von "Gut Hermannsberg" wurde aus der Weintraube Riesling hergestellt.


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Immense Konzentration, bombastische Komplexität, unglaubliche Länge.

Karsten Peter: «Durch Erhöhung der Laubwand konnten wir jeweils die Trauben der Nachbarzeile beschatten, dadurch wurden die Weine schlanker. Der Hermannsberg ist unsere wärmste Lage, etwas mehr Schatten auf den Trauben bringt einen Schub mehr Frische. Wir lassen jetzt auch diesen Wein ein Jahr länger auf der Hefe reifen.» Max Gerstl: Wir probieren immer 2016 und 2017 nebeneinender, vor allem soll das zeigen, dass sich ein weiteres Jahr Hefelager lohnt. Für mich sind bei diesem Vergleich zwei Dinge klar: Die beiden Jahrgänge sind zwar extrem unterschiedlich, aber qualitativ sehr nahe beisammen. Und ein weiteres Jahr Hefelager wird auch den 2017ern sicher guttun. Man könnte sich gar nicht vorstellen, dass die 2017er - so wie sie sich jetzt präsentieren - schon fertig sein könnten. 2016 ist allerdings echt grandios und dieser Wein profitiert zusätzlich vom längeren Hefelager. Die einzigartige Eleganz dieses Jahrgangs zeigt sich schon im Duft, aber dann vor allem am Gaumen, die 16er-Säure ist genauso rassig, aber die explosive Aromatik mündet in eine Feinheit, die sprichwörtlich ist. Spielerischer kann ein Wein gar nicht mehr sein, das ist so etwas von superfein, die Sinne berauschend, raffiniert bis zum Geht-nichtmehr. Am Schluss habe ich ein Aromenbündel am Gaumen, das sich nicht mit Worten beschreiben lässt. Wir haben heute mit den grandiosen GGs von Schäfer-Fröhlich und Dönnhoff das Allerbeste probiert, was es in Deutschland an grossen trockenen Weinen gibt. Diese Weine von Gut Hermannsberg spielen da ganz klar in der gleichen Liga, sie vereinen alle nur erdenklichen Qualitäten in sich, sagenhaft feine Säuren, immense Konzentration, bombastische Komplexität, unglaubliche Länge. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus.


Art: Weisswein
Inhalt: 0,75 l
Jahrgang: 2016
Traubensorte: Riesling
Trinktemperatur: 08 - 10° C
Region: Nahe, Hermannsberg
Weinbauer: Gut Hermannsberg
Land: Deutschland

Deutschland - Der Schatz im Norden

Deutschland Dort, wo viele aufgeben, fängt Deutschland an. Es besitzt nämlich die nördlichsten Weingebiete der Welt. Das typische Weissweinland musste sich aber nicht immer mit schwierigen klimatischen Bedingungen herumschlagen. In Deutschland gilt, wie an vielen anderen europäischen Orten auch, Kaiser Probus als Einführer des Weinbaus, der „Weiterführer“ war dann Karl der Grosse. Doch nicht nur Personen, auch das Klima beeinflusste den Weinbau im Mittelalter – genauer vom 9. bis zum 14. Jahrhundert – in Deutschland positiv. Die so genannte „Mittelalterliche Warmzeit“ bescherte dem damals Heiligen Römischen Reich ein besonders mildes Klima, die Durchschnittstemperatur war um ein Grad höher als im Allgemeinen und damit perfekt für das Gedeihen der Rebpflanze. Das war auch nötig, denn Wein wurde im Mittelalter viel getrunken. Er hatte den Vorteil, dass er aufgrund seines hohen Alkoholgehalts keimfreier und damit sauberer als Wasser war. Vor allem einheimischer Wein floss im Mittelalter in die Kehle der Deutschen. Das änderte sich während dem 30 jährigen Krieg schleichend. Die Konkurrenz aus Frankreich und Italien wuchs, deutscher Wein war im Überangebot vorhanden. Das zwang die Winzer zu Aufständen. Es floss Blut statt Wein und tausenden Bauern starben bei den Protesten. So wurde der Weinbau nach und nach vom lukrativeren Getreideanbau abgelöst. Auch das 18. Jahrhundert brachte dem Wein keinen erhofften Aufschwung. Der Staat tat kaum etwas für den Weinbau, die Bauern waren auf sich selber gestellt und lebten oft am Existenzminimum – Investitionen in neue Kellertechnik und Züchtung blieben auf der Strecke. Eine Reblausplage fegte zwei Drittel der Rebfläche weg. Der Rückgang des Weinbaus war damit aber noch nicht beendet: Eine allgemeine Wirtschaftskrise und der zweite Weltkrieg hemmten den Weinbau in Deutschland ebenfalls. 1960 kam dann endlich frischer Wind in die Weinproduktion Deutschlands. Verbesserungen in der Kellertechnik, neue Züchtungen und die Schädlingsbekämpfung wurden vorangetrieben – allerdings brauchte der Imagewandel des Deutschen Edeltropfens auf dem internationalen Markt seine Zeit. Doch Deutschland hat es geschafft. Sie brillieren heute vor allem mit der Erntemenge, aus 102'000 Hektaren Weinanbaufläche generieren sie etwas mehr als 9 Millionen Hektoliter leichte, nicht komplexe Weine. Dabei ist Deutschland ein typisches Weissweinland. Von 140 Sorten sind 100 weiss, Riesling und Rivaner dominieren hier. Bei den übrigen 40 roten Sorten sticht der Spätburgunder heraus. Weinbau in Deutschland ist keine einfache Sache, wird er doch rund um den 50. Breitengrad (etwa Höhe von Frankfurt am Main) oder ein wenig südlich betrieben, was im internationalen Vergleich ungewöhnlich „nördlich“ ist. Das bedeutet für Winzer, dass sie Rebberge nur an besonders gut geschützten Stellen und in der Nähe von Flüssen aufbauen können. Wein ist in Deutschland deshalb kein Alltagsgetränk, sondern wird vor allem an speziellen Anlässen und Ereignissen getrunken – zum Beispiel, wenn deutsche Winzer in Zukunft wieder mal mit einer „Neuen Warmzeit“ beglückt werden...

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