Fronsac AOC 2010 0,75 l - Moulin Haut-Laroque

Artikelnummer: 39610

Beeindruckende Delikatesse. Allerhöchstes Trinkvergnügen. Bewertung: 19/20.

Kategorie: Rotwein


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Da strahlt ein ganz grosser Bordeaux aus dem Glas, der Duft kommt herrlich aus der Tiefe und zeigt sich eindrücklich komplex. Im Vordergrund ist momentan eine geballte Ladung köstlich süsse Frucht, der Auftritt erscheint recht laut, dennoch wirkt nichts vordergründig oder aufdringlich, weil die intensive Duftwolke von einer genialen Mineralität geprägt ist. Auch am Gaumen ist geballte Kraft und der Wein stützt sich auf ein mächtiges, aber seidig feines Tanningerüst. Das Erstaunlichste am Ganzen ist der verspielt leichtfüssige Auftritt dieses Kraftbündels ? die rassige Frische ist dabei von zentraler Wichtigkeit, die Extraktsüsse hält sich raffiniert im Hintergrund auf. Der Wein bietet jetzt schon allerhöchstes Trinkvergnügen, insbesondere für Liebhaber junger Weine. Dabei könnte man leicht das immense Potenzial übersehen, das noch in ihm schlummert (das ist jetzt gegen Ende 2017 schon ein 18-Punkte-Trinkerlebnis!). In einigen Jahren, wenn die Jungfrucht etwas leiser wird, somit automatisch der Mineralität und dem Terroirausdruck mehr Platz lässt, wird der Wein in Sachen Komplexität noch markant zulegen, sein wilder Auftritt wird erhabener Noblesse Platz machen und es werden Raffinessen zum Vorschein kommen, die man heute nur erahnen kann. Da kommt mir unweigerlich wieder das Erlebnis mit dem 1900er in den Sinn. Ich würde so gerne noch 80 Jahre leben, nur schon um zu wissen, ob der 2010er im Jahr 2100 auch so gut schmecken wird wie kürzlich der 1900er.

Inhalt: 0,75 l
Traubensorte: Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Malbec
Region: Bordeaux, Fronsac
Weinbauer: Moulin Haut-Laroque
Trinktemperatur: 14 - 16° C
Art: Rotwein
Spezialfilter: Einzelflaschen Topseller
Land: Frankreich
Jahrgang: 2010

Frankreich – Von Geniessern für Geniesser

Frankreich Leben wie Gott in Frankreich - das hat wahrscheinlich nicht nur mit dem angenehmen Klima und dem guten Essen zu tun, sondern auch mit dem Wein. Doch nicht alles in der französischen „Weinvergangenheit“ ist so geniessbar...

Frankreich ist ein relativ junges Weinland, kann aber dennoch auf eine beträchtliche Weingeschichte zurückblicken. Schon die Griechen brachten 600 v. Chr. den Wein nach Frankreich, den ersten grossen „Weinboom“ lösten aber dann die Römer aus. Sie verbreiteten den Weinbau zuerst im Rhôhnetal, von wo er sich schnell über ganz Frankreich ausdehnte. Gesetzlich verordnet wurde der Weinbau erstmals durch Karl den Grossen im 3. Jahrhundert. Aber auch die religiöse Komponente spielt in Frankreichs Weingeschichte eine wichtige Rolle. Der Orden der Zisterzienser (Gründung 1098) legte Wert auf die Kombination des richtigen Bodens mit der passenden Sorte und verbesserte so die Weinherstellung beträchtlich. Ein Benediktinermönch prägte die heutige Weinherstellung aber ganz besonders. Dom Pierre Pérignon „erfand“ das „Assemblage“ – das gekonnte Verschneiden von Weinen. Diese zwei Komponenten waren die Ursprünge der heutigen französischen Weinphilosophie „terroir“. Diese besagt, dass der Wein einen bestimmten Charakter aufgrund des Bodens und des Klimas bekommt. Winzer aus aller Welt orientieren sich an diesem Grundsatz – in Frankreich wird der Wein so strikte nach diesen Regeln hergestellt, dass es als eines der am strengsten kontrollierten Länder gilt, was den Weinbau betrifft.

Doch nicht nur Religion, auch Revolution brachte den Weinbau in Frankreich entscheidend weiter. Die französische Revolution (1789-1799) brachte den gesellschaftlichen Aufstieg des Bürgertums hervor, was dem Wein viele neue Kunden bescherte und die Wirtschaft ankurbelte. Bis hier hin ist die Weingeschichte Frankreichs durchaus gut geniessbar – weniger genussvoll sind jedoch die 1860er Jahre. Frankreich war Ausgangspunkt einer der grössten Weinbaukatastrophen aller Zeit, die Reblaus plage. Sie zerstörte in Frankreich drei Fünftel der gesamten Rebfläche.

Doch heute hat sich Frankreich erholt, kann sich in Sachen Weinbau zu den Spitzenreitern zählen. Dies, weil das Land schon früh auf Qualität und nicht auf Quantität setzte und eine strikte Linie – die „terroir“-Philosophie – verfolgt. Auf rund 895'000 Hektar stellen sie 46 Millionen Hektoliter Wein her, von dem sie zwei Drittel selber trinken. Denn Wein ist in Frankreich ein Grundnahrungsmittel und gehört zu jeder grossen Mahlzeit. Man sagt, dass in den Weinen ein Stück französische Seele sei. Und die Seele lässt sich eben nicht leichten Herzens verkaufen...
Frankreich hat sich dem Rotwein verschrieben, 70 Prozent Rotweinsorten werden angebaut, darunter klingenden Namen wie Merlot, Grenache und Cabernet Sauvignon. Bei den Weissweinen sticht der Chardonnay hervor. Weinanbaugebiete in Frankreich sind weltbekannt. Erwähnt seien hier Bordeaux, Burgund und natürlich Champagne, wo der berühmte gleichnamige Schaumwein hergestellt wird. Frankreich weiss, wie man geniesst und was man geniessen sollte.

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