5ème cru classé en 1855 Pauillac AOC 2016 0,75 l - Pontet-Canet

Artikelnummer: 39554

Ein atemberaubend schönes Stück Natur. Bewertung: 20/20.

Kategorie: Rotwein


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60% Cabernet Sauvignon, 35% Merlot, 4% Cabernet Franc, 1% Petit Verdot. Der duftet ganz anders als alle grossen Bordeaux, hat seinen ganz eigenen, unvergleichlichen Stil gefunden, in die überschwängliche Frucht mischt sich eine gehörige Portion Würze in Verbindung mit einer Kräuteraromatik, wie sie in dieser Intensität nur Pontet-Canet kennt. Allein dieser Duft war die Reise nach Bordeaux wert! Auch am Gaumen betont er zwar die Frucht, aber die begleitenden Aromen nehmen zumindest ebenso viel Platz im faszinierenden Geschmacks bild ein, alles wird getragen von Massen von seidigen Tanninen, die traumhafte Frische des Jahrgangs verleiht dem Wein zusätzliche Spannung. Ich überlege mir gerade, woran mich das erinnert, da bringt mich mein Freund Heiner drauf: Coutet ? «unser» phänomenales Bio-Weingut in St. Emilion, da haben wir ähnliche Geschmacksnuancen erlebt, es muss also etwas mit Bio zu tun haben. Das ist denn in der Tat auch ein atemberaubend schönes Stück Natur, von eindrücklicher Präzision und Klarheit. Dieser Wein wird zweifellos auch schon recht jung höchstes Trinkvergnügen bieten, aber er besitzt auch ein schier unendliches Alterungspotenzial. Welches ist der beste unter den vielen Pontet-Canet-Legenden, die in den letzten Jahren entstanden sind? Die Zeit wird es zeigen und glücklich ist, wer von jedem Jahrgang ein paar Flaschen im Keller hat. Lobenberg: Grosser, sehr polarisierender Stoff. 99-100/100. Bewertung James Suckling: 98-99/100.

Inhalt: 0,75 l
Traubensorte: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot
Auszeichnung: VINUM: 20
Region: Bordeaux, Pauillac
Weinbauer: Pontet-Canet
Trinktemperatur: 16 - 18° C
Art: Rotwein
Spezialfilter: Auszeichnungen Einzelflaschen Empfehlungen
Land: Frankreich
Jahrgang: 2016

Frankreich – Von Geniessern für Geniesser

Frankreich Leben wie Gott in Frankreich - das hat wahrscheinlich nicht nur mit dem angenehmen Klima und dem guten Essen zu tun, sondern auch mit dem Wein. Doch nicht alles in der französischen „Weinvergangenheit“ ist so geniessbar...

Frankreich ist ein relativ junges Weinland, kann aber dennoch auf eine beträchtliche Weingeschichte zurückblicken. Schon die Griechen brachten 600 v. Chr. den Wein nach Frankreich, den ersten grossen „Weinboom“ lösten aber dann die Römer aus. Sie verbreiteten den Weinbau zuerst im Rhôhnetal, von wo er sich schnell über ganz Frankreich ausdehnte. Gesetzlich verordnet wurde der Weinbau erstmals durch Karl den Grossen im 3. Jahrhundert. Aber auch die religiöse Komponente spielt in Frankreichs Weingeschichte eine wichtige Rolle. Der Orden der Zisterzienser (Gründung 1098) legte Wert auf die Kombination des richtigen Bodens mit der passenden Sorte und verbesserte so die Weinherstellung beträchtlich. Ein Benediktinermönch prägte die heutige Weinherstellung aber ganz besonders. Dom Pierre Pérignon „erfand“ das „Assemblage“ – das gekonnte Verschneiden von Weinen. Diese zwei Komponenten waren die Ursprünge der heutigen französischen Weinphilosophie „terroir“. Diese besagt, dass der Wein einen bestimmten Charakter aufgrund des Bodens und des Klimas bekommt. Winzer aus aller Welt orientieren sich an diesem Grundsatz – in Frankreich wird der Wein so strikte nach diesen Regeln hergestellt, dass es als eines der am strengsten kontrollierten Länder gilt, was den Weinbau betrifft.

Doch nicht nur Religion, auch Revolution brachte den Weinbau in Frankreich entscheidend weiter. Die französische Revolution (1789-1799) brachte den gesellschaftlichen Aufstieg des Bürgertums hervor, was dem Wein viele neue Kunden bescherte und die Wirtschaft ankurbelte. Bis hier hin ist die Weingeschichte Frankreichs durchaus gut geniessbar – weniger genussvoll sind jedoch die 1860er Jahre. Frankreich war Ausgangspunkt einer der grössten Weinbaukatastrophen aller Zeit, die Reblaus plage. Sie zerstörte in Frankreich drei Fünftel der gesamten Rebfläche.

Doch heute hat sich Frankreich erholt, kann sich in Sachen Weinbau zu den Spitzenreitern zählen. Dies, weil das Land schon früh auf Qualität und nicht auf Quantität setzte und eine strikte Linie – die „terroir“-Philosophie – verfolgt. Auf rund 895'000 Hektar stellen sie 46 Millionen Hektoliter Wein her, von dem sie zwei Drittel selber trinken. Denn Wein ist in Frankreich ein Grundnahrungsmittel und gehört zu jeder grossen Mahlzeit. Man sagt, dass in den Weinen ein Stück französische Seele sei. Und die Seele lässt sich eben nicht leichten Herzens verkaufen...
Frankreich hat sich dem Rotwein verschrieben, 70 Prozent Rotweinsorten werden angebaut, darunter klingenden Namen wie Merlot, Grenache und Cabernet Sauvignon. Bei den Weissweinen sticht der Chardonnay hervor. Weinanbaugebiete in Frankreich sind weltbekannt. Erwähnt seien hier Bordeaux, Burgund und natürlich Champagne, wo der berühmte gleichnamige Schaumwein hergestellt wird. Frankreich weiss, wie man geniesst und was man geniessen sollte.

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